Am 24. und 25. April 2026 durfte ich beim DiaNet(t) der Deutschen Diabetes Hilfe in Berlin dabei sein. Das diesjährige Thema war Verantwortung
- für sich selbst,
- für Menschen mit Diabetes und
- für die Community.
Für mich war schnell klar: Genau dieses Thema trifft einen ganz empfindlichen Punkt, denn Verantwortung bedeutet im Alltag mit Diabetes so viel mehr als nur die eigene Versorgung im Blick zu haben.
Als Diabetesmama eines Kindes mit Typ 1 und Neurodivergenz war dieses Treffen für mich besonders wertvoll. Es war schön, so viele unterschiedliche Menschen zu treffen, sich auszutauschen, zuzuhören und zu merken: Wir alle tragen ähnliche Sorgen, ähnliche Fragen und ähnliche Hoffnungen mit uns. Gleichzeitig war es unglaublich stärkend zu sehen, wie Jugendliche und junge Erwachsene mit ihren Herausforderungen umgehen. Das macht Mut und es schenkt Hoffnung.
Ein Wochenende voller ehrlicher Gespräche
Beim DiaNet(t) ging es nicht nur um Fachthemen, sondern auch um echte Lebensrealität. Es wurde über
- die diabetologische Versorgung gesprochen,
- über psychische Gesundheit, Stigma und
- darüber, was es bedeutet, mit Diabetes im Alltag zurechtzukommen.
Besonders bewegt hat mich dabei, wie deutlich wurde, dass es nicht nur um einzelne Erfahrungen geht, sondern um viele gemeinsame Herausforderungen.
Immer wieder kam das Thema auf, wie schwierig es sein kann, die richtige Arztpraxis zu finden – eine Praxis, die fachlich gut aufgestellt ist, aber auch Verständnis mitbringt und den Menschen ganzheitlich sieht.
Denn Diabetes kommt oft nicht allein. Viele Betroffene leben zusätzlich mit Begleiterkrankungen oder mehreren chronischen Erkrankungen.
Warum ich mir mehr Unterstützung wünsche
Mit diesem Beitrag möchte ich auch etwas ganz Persönliches verbinden: Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Menschen der AG Politik anschließen und gemeinsam mit uns für einheitliche Rechte und Bestimmungen einstehen.
Denn Familien mit Kindern mit Typ-1-Diabetes kämpfen in 16 Bundesländern immer wieder um ganz grundlegende Dinge:
- um Betreuung in der Kita,
- um Unterstützung in der Schule
- und oft auch um die Anerkennung von Pflegestufe 2.
Viel zu oft entscheidet am Ende jede Krankenkasse anders. Und genau das ist für Familien eine enorme Belastung. Sie brauchen nicht noch mehr Unsicherheit, sondern verlässliche Hilfe, klare Regeln und echte Unterstützung.
Was diese Forderungen bedeuten
Die Forderungen, die beim Treffen sichtbar wurden, machen noch einmal deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist. Es geht um bessere diabetologische Versorgung, weniger Bürokratie, mehr psychologische Unterstützung, mehr Barrierefreiheit und um eine stärkere Berücksichtigung von Folge- und Begleiterkrankungen.
Auch die Inklusion von Kindern mit Typ 1 war ein wichtiges Thema, vor allem mit Blick auf Kita, Schule und einen fairen Alltag für die Familien.
Für mich steckt darin eine klare Botschaft: Wir brauchen nicht nur gute Worte, sondern echte Veränderungen. Wir brauchen Strukturen, die Familien entlasten statt sie immer wieder alleine kämpfen zu lassen.
Mein persönliches Fazit
Ich bin mit vielen Gedanken, mit Dankbarkeit und auch mit neuer Kraft nach Hause zurückgekommen. Das DiaNet(t) hat mir gezeigt, wie wertvoll Begegnung ist – und wie viel Hoffnung entsteht, wenn Menschen offen miteinander sprechen, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig stärken.
Gerade im Leben mit Diabetes tut es gut, nicht allein zu sein. Und genau deshalb ist Vernetzung so wichtig. Wenn wir gemeinsam laut werden, können wir etwas bewegen. Für mehr Sichtbarkeit, mehr Verständnis sowie Gerechtigkeit.
#sageslaut #sagessolidarisch

















