Manchmal muss man sitzen, um den Hintern hochzukriegen

Ach, Jahresende. Diese seltsame Zeit zwischen Rückblick und Aufbruch, zwischen „Was war eigentlich los dieses Jahr?“ und „Nächstes Jahr mache ich alles anders“ – natürlich ab dem 1. Januar. Wir scrollen durch Vorsätze, optimieren uns gedanklich schon mal selbst und spüren dabei oft diesen leisen Druck: Da müsste doch noch mehr gehen. Mehr Disziplin. Mehr Veränderung. Mehr Ich-in-besser.

Und genau hier setzt dieses Buch an – nicht laut, nicht belehrend, sondern mit einem Titel, der hängen bleibt und kurz irritiert. Manchmal muss man sitzen, um den Hintern hochzukriegen. Klingt erstmal paradox. Fast frech. Und doch fühlt es sich erstaunlich wahr an.

Denn was, wenn Veränderung nicht dort beginnt, wo wir uns am meisten antreiben? Sondern dort, wo wir endlich ehrlich hinschauen. Still werden. Und merken: Jetzt. Jetzt ist so ein Moment.

Dieses Buch ist wie ein gedanklicher Stopp-Button in einer Welt, die ständig nach schneller, höher, weiter ruft. Es lädt dazu ein, die eigene Geschichte ernst zu nehmen, die eigenen Muster zu hinterfragen und sich zu fragen: Kämpfe ich eigentlich noch – oder lebe ich schon? Ohne Ratgeberton, ohne erhobenen Zeigefinger. Dafür mit viel Menschlichkeit, Humor und dem Mut, unbequeme Fragen zuzulassen.

Perfekte Lektüre also für die letzten Tage des Jahres. Für alle, die spüren, dass Veränderung anklopft – aber vielleicht ganz anders, als man sie erwartet.

Inhalt

Nach einer jahrzehntelangen Binge-Eating-Störung, nagenden Selbstzweifeln, 100 Kilo weniger auf der Waage und der Diagnose einer unheilbaren Krankheit stellt Jana Crämer eines fest: Es geht im Leben nicht darum, sich noch mehr anzustrengen – sondern darum, den richtigen Moment für Veränderung zu erkennen und zu nutzen.

In diesem Buch nimmt uns Jana mit auf eine sehr persönliche Reise und zeigt eindrucksvoll, warum Veränderung nicht mit Kampf und Verzicht beginnt, sondern mit kleinen und klugen Entscheidungen im richtigen Moment. Mit ihrem unverwechselbaren Humor, tiefer emotionaler Offenheit und schonungsloser Ehrlichkeit erzählt sie von ihren größten Krisen und Veränderungen im Leben. Dass Jana mit ihren Erfolgen kein Einzelfall ist, zeigen die bewegenden Gespräche mit engen Freunden wie Sebastian Fitzek und Dirk Eilert und Mitgliedern ihrer Community, die sie in diesem Buch teilt – als Inspiration für alle, die selbst vor großen Veränderungen stehen.

Autor

© Jonas Pohl

Jana Crämer wurde 1982 im Ruhrgebiet geboren und lebt heute in Haltern am See. In der Schule ein Mobbingopfer, kämpfte sie sich durch eine Essstörung und ein gestörtes Selbstbild, bis sie eines Tages beschloss, ihre Gesundheit und ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen. Heute ist sie Mutmacherin für ihre treue Community, die sie an ihrem Leben und ihren zahlreichen Herausforderungen teilhaben lässt.  In ihrem Podcast Wir sind so! und auf ihren Social-Media-Kanälen (TikTok, YouTube und Instagram) steht sie für Resilienz, Selbstliebe und die Kraft der Veränderung.

Fazit

Am Ende dieses Buches bleibt kein lauter Applaus, sondern etwas viel Wertvolleres: ein inneres Nicken. Ja, genau so fühlt sich Veränderung an, wenn sie echt ist. Jana Crämer zeigt in 11 klug komponierten Kapiteln, dass persönliches Wachstum kein Sprint ist, sondern eher eine Heldenreise mit Umwegen, Pausen – und sehr menschlichen Stolpersteinen. Und genau die gehören dazu.

Besonders stark ist der Perspektivwechsel: Nicht eiserne Willenskraft bringt uns ans Ziel, sondern Flexibilität. Die Fähigkeit, nach zu justieren, freundlich mit sich zu bleiben und trotzdem dranzubleiben. Mit Reflexionsfragen, die nicht überfordern, sondern öffnen, lädt Jana dazu ein, ehrlich hinzuschauen – ohne Selbstoptimierungsdruck, aber mit klarer Haltung.

Ein zentraler Baustein ist dabei das Mesource® Meetup – kein Wohlfühlkonzept, sondern eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Stärkung emotionaler Resilienz. Als eine Art emotionales Fitnessstudio verbindet es mentale und emotionale Selbstregulation durch Mikro-Übungen, die gezielt Gehirn- und Herzresilienz trainieren (Cortex- und Vagus-Athletik). Emotionen werden nicht länger als Störfaktor betrachtet, sondern als kraftvolle Ressource – als innere Quelle, auf die man jederzeit zurückgreifen kann.

Dieses Buch erlaubt das Stolpern. Es ermutigt dazu, klare Ziele zu setzen und gleichzeitig die eigene Geschichte neu zu schreiben – nicht als perfekter Blockbuster, sondern als wachsender, lebendiger Film. Mit einem echten Wachstums-Mindset, das Fortschritt feiert, statt nur das Endergebnis anzubeten.

Manchmal muss man sitzen, um den Hintern hochzukriegen ist damit kein klassischer Ratgeber, sondern ein liebevoller Reminder: Du darfst losgehen, auch wenn du noch nicht alles weißt. Veränderung beginnt nicht mit Druck, sondern mit einem bewussten Jetzt. Und genau dafür ist dieses Buch ein starker, motivierender Begleiter – zum Jahresende und weit darüber hinaus.

1 Kommentar zu „Manchmal muss man sitzen, um den Hintern hochzukriegen“

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