Wieso drucken wir nicht einfach mehr Geld?

Kinder stellen die ehrlichsten Fragen – und oft sind es genau die, auf die wir Erwachsenen keine einfachen Antworten haben. „Warum müssen wir arbeiten?“ oder „Warum haben manche Menschen mehr Geld als andere?“ sind keine typischen Kindergartenfragen auf den ersten Blick. Und doch begegnen Kinder dem Thema Geld schon viel früher, als wir denken: beim Einkaufen, beim Taschengeld oder wenn Wünsche plötzlich ein „Das ist zu teuer“ bekommen.

Gerade deshalb lohnt es sich, schon früh über Geld zu sprechen. Nicht mit komplizierten Begriffen, sondern mit offenen Gesprächen, die neugierig machen statt überfordern.

Wenn Kinder verstehen, dass Geld nicht einfach da ist, sondern mit Arbeit, Entscheidungen und manchmal auch Ungleichheit verbunden ist, entwickeln sie ein erstes Gefühl für Werte, Fairness und Verantwortung.

Eltern und Pädagoginnen können hier einen wichtigen Grundstein legen – spielerisch, ehrlich und nah an der Lebenswelt der Kinder.

Genau an diesem Punkt setzt Wieso drucken wir nicht einfach mehr Geld? von Saskia Hödl an. Das Buch nimmt die großen Fragen rund um Geld und Wirtschaft und verpackt sie in eine Geschichte, die so alltagsnah ist, dass Kinder sich sofort wiederfinden – und Erwachsene beim Vorlesen plötzlich selbst ins Nachdenken kommen.

Inhalt

Wieso müssen wir eigentlich jeden Tag arbeiten und in die Schule gehen? Was hat Geld damit zu tun und warum haben die einen viel davon und die anderen wenig? Wieso ist ein Klumpen Gold so viel wert und ein Stein nichts?

Ezra will wissen, wer sich das alles ausgedacht hat. Eines Morgens fragt er seiner Mama Löcher in den Bauch: Warum müssen wir arbeiten? Warum brauchen wir überhaupt Geld?

Sie erklärt ihm geduldig alles, was sie weiß: Welche Rechnungen sie jeden Monat bezahlen muss, was ein Erbe ist, was Kapitalismus bedeutet, und wieso man Geld nicht einfach endlos drucken kann.

Autor

Saskia Hödl, 1985 in Wien geboren, studierte Journalismus und Medienmanagement, bevor sie für knapp zehn Jahre zur taz nach Berlin ging.

Heute lebt sie wieder in Wien, wo sie als freie Journalistin, Autorin und Kolumnistin arbeitet, u. a. für DIE ZEIT, der Freitag und die taz.

Ihr erstes Kindersachbuch „Steck mal in meiner Haut“ wurde zum Bestseller. Für ihr neues Buch hat sie unter anderem die groß- artigen Fragen ihrer Kinder gesammelt.

Sonja Stangl ist preisgekrönte Illustratorin und visuelle Geschichten-Erzählerin. Seit ihrem Studium im Bereich Multimedia Art bewegt sie sich im Wechselspiel verschiedener Felder der Kreativbranche und bringt so ihre Bildsprache in Kinderbücher, Werbung, Animation und auf Verpackungen. Zuletzt erschien ihr Buch »Wenn der Wind vom Meer erzählt« (Tyrolia 2025).

Fazit

Am Ende ist Wieso drucken wir nicht einfach mehr Geld? von Saskia Hödl genau das, was man sich von einem guten Kindersachbuch wünscht: Es nimmt Kinder ernst, ohne sie zu überfordern, und schafft es, komplexe Themen greifbar zu machen. Die Fragen von Ezra fühlen sich echt an – und die Antworten genauso.

Spannend, alltagsnah und mit einem feinen Humor erzählt, öffnet das Buch Türen zu Gesprächen, die im Familienalltag oft zu kurz kommen. Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um Gerechtigkeit, Arbeit und darum, wie unsere Welt funktioniert. Ganz nebenbei regt es Kinder (und Erwachsene) dazu an, weiterzudenken und eigene Fragen zu stellen.

Hier kann man auch schon einen Blick ins Buch werfen.

Ein Buch, das Wissen vermittelt, ohne belehrend zu sein – und das zeigt, dass auch große Themen ihren Platz im Kinderzimmer haben.

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