Wir schaffen das, mein SchADHS

ADHS ist kein Erziehungsfehler und auch kein Modebegriff, sondern eine neurobiologische Besonderheit, die den Alltag einer Familie grundlegend prägen kann – im Guten wie im Anstrengenden. Kinder und Erwachsene mit ADHS kämpfen oft mit Unaufmerksamkeit, innerer Unruhe und Impulsivität. Sie stoßen in Schule, Beruf und Umfeld schneller an Grenzen und sie bekommen noch immer viel Kritik für etwas, das sie sich nicht ausgesucht haben

Für Eltern bedeutet das häufig Dauerfeuer:

  • Konflikte bei den Hausaufgaben,
  • ständige Erinnerungsschleifen,
  • organisatorisches Chaos,
  • Sorgen um das Selbstwertgefühl des Kindes und

die bange Frage, ob man etwas „falsch gemacht“ hat. Studien zeigen: ADHS ist in vielen Fällen vererbbar. Häufig erkennen Eltern sich in den Symptomen ihres Kindes wieder. Dann tragen gleich zwei Generationen ähnliche Herausforderungen.

Umso wichtiger sind Geschichten und fundierte Einblicke, die nicht nur Probleme betonen, sondern auch Stärken sichtbar machen. Dazu gehören Kreativität, Spontaneität, Begeisterungsfähigkeit und ein besonderer Blick auf die Welt – oft mit ganz eigenem Zauber im Chaos.

Ein Buch wie „Wir schaffen das, mein SchADHS“ kann Eltern das Gefühl geben, weniger allein zu sein, typische Muster besser zu verstehen und neue, liebevollere Wege im Umgang mit sich selbst und ihren Kindern zu finden – jenseits von Schuldgefühlen und Perfektionsdruck.

Inhalt

Schon länger vermutet Markus Tschannen, dass er ADHS hat. Als sein neunjähriges Kind typische Symptome zeigt und die Diagnose erhält, lässt auch er sich testen. Aus der Vermutung wird Gewissheit und es bestätigt sich, was vielen Eltern nicht bewusst ist: ADHS wird häufig vererbt und betrifft in vielen Fällen nicht nur ein Mitglied der Familie.

Unterhaltsam und aus seiner besonderen persönlichen Perspektive heraus nimmt Markus Tschannen uns mit auf eine Reise durch den bunten Alltag einer neurodiversen Familie und erklärt:

  • wie aus ersten Anzeichen eine gesicherte Diagnose wird,
  • ob Ritalin & Co. Heilsbringer oder Pillen des Bösen sind,
  • was Kindern mit ADHS hilft, gut durchs Schulleben zu kommen
  • und wie Familien die Diagnose zum Anlass nehmen, eigene Erwartungen und Leistungsansprüche neu zu definieren.

Autor

Markus Tschannen arbeitete viele Jahre in einer PR-Agentur und als Comedy-Autor für eine Schweizer Primetime-Satiresendung.

Eines Tages kündigte er seine Stelle, um sich für einige Jahre als Vollzeit-Hausmann um die Kinder zu kümmern. Markus Tschannen ist aktiv auf diversen Social-Media-Kanälen unterwegs. Nach einigen Jahren in Deutschland zog er zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern zurück in seine Schweizer Heimat. Heute lebt er in Bern und arbeitet als Mediensprecher im Tourismus.

Fazit

Auf gut 200 Seiten schafft Markus Tschannen etwas, das vielen Ratgebern fehlt: Er lässt uns nicht von außen auf ADHS schauen, sondern mitten in den lebendigen, manchmal chaotischen, oft berührenden Alltag seiner neurodiversen Familie eintauchen.

Mit viel Humor, ehrlicher Selbstreflexion und dialogisch erzählten Szenen zeigt er, wie sich Diagnosen, Schulstress, Medikamente und große Gefühle anfühlen – und wie viel Liebe, Pragmatismus und Kreativität nötig sind, um als Familie immer wieder aufzustehen.

Sein Blick macht Mut, weil er weder die Anstrengung klein redet noch die Stärken übersieht: die besondere Verbundenheit, das gemeinsame Lernen über Grenzen hinweg und den Zauber in Momenten, in denen trotz ADHS alles kurz leicht wird.

Wir schaffen das, mein SchADHS ist deshalb weniger ein klassischer Ratgeber als ein warmherziger Begleiter, der betroffenen Eltern zeigt: Du bist nicht allein – und ihr dürft euren eigenen, passenden Weg durch dieses bunte Leben finden.

Anders sein ist nicht immer einfach, aber meist unterhaltsam.

1 Kommentar zu „Wir schaffen das, mein SchADHS“

  1. Pingback: Anders ist auch normal - Melanie Mohr

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